Ready for take off - abheben mit Kapitän Samy

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Heute erzählt uns der langjährige Austrian Airlines Boeing 777 Kapitän Manfred Samhaber von seiner eindrucksvollen Piloten-Karriere und nimmt uns auf seine persönliche Reise mit.

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Meine Damen und Herren,

herzlich willkommen aus dem Cockpit. Ich heiße Manfred Samhaber und bin ihr Kapitän auf diesem Flug.

In wenigen Minuten erhalten wir die Freigabe zum Starten der Triebwerke. Ich hoffe, Sie haben es sich schon gemütlich gemacht und genießen Sie die Zeit an Bord.

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Flug!

INFO

Spitzname Samy, 64 Jahre, geboren in Trindorf.

Hat während der Bundesheerzeit die Ausbildung zum Berufspiloten absolviert.

War bei der Gründung der Lauda Air dabei.

1982 - 1985 Erster Offizier auf Falcon 20 und Learjet bei Niki Lauda.

1985 - 1988 Erster Offizier und Kapitän auf B737.

1988 - 1996 Kapitän auf B767.

1996 - 2022 Kapitän auf B777.

Zuallererst: Warum bist Du Pilot geworden?

Ich bin im oberösterreichischen Trindorf, gleich neben der Pistenschwelle 08 des Flughafen Linz Hörsching aufgewachsen. Durch die Nähe zum Flughafen sowie durch die täglich startenden und landenden Flugzeuge war der Wunsch Pilot zu werden, quasi vorgegeben.

Im Rahmen des Bundesheeres war es mir dann auch möglich, die Ausbildung zum Berufspiloten zu absolvieren und meinen Berufswunsch zu verwirklichen.

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Wie viele Flüge, Starts und Landungen hast Du ca. absolviert?
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Da ich seit 1988 - 34 Jahre - Langstrecke fliege, habe ich mehr Flugstunden im Vergleich zu Starts und Landungen absolviert. Insgesamt 22.300 Flugstunden davon entfallen 17.600 Flugstunden auf die Langstrecke und 5.521 auf Flüge, Starts und Landungen.

Wie hat sich die Arbeit eines Piloten im Laufe der Jahrzehnte verändert?

Es hat sich seit den späten 80er und frühen 90er-Jahren vieles verändert. In dieser Zeit sind Flüge über elf Stunden noch mit zwei Piloten durchgeführt worden. Die EASA Flight Duty Regulations haben diesbezüglich zu großen Verbesserungen geführt.

Heute finden viele Langstreckenflüge mit drei Piloten statt, einerseits zum Wohl der Besatzungen, andererseits wird dadurch die Sicherheit erhöht. Seit 9/11 sind versperrte Cockpit-Türen Standard, aber anfangs war das Versperren der Türen sehr gewöhnungsbedürftig.

Große Arbeitserleichterungen brachten EFBs (Electronic Flight Bags), FMCs (Flight Management Computers) und digitale Flugplanungssysteme.

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Welcher Flughafen hat einen schwierigen Landeanflug?
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Der alte Flughafen von Hongkong - Kai Tak - stellte ob des Wetters, der Hindernisse und des Anflugverfahrens immer wieder eine Herausforderung dar.

Hattest Du Prominente an Bord und wenn ja wen?
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Abgesehen von Niki Lauda, mit dem ich regelmäßig unterwegs war, viele F1 Rennfahrer wie Gerhard Berger, Nelson Piquet, Keke Rosberg, dem österreichischen Bundespräsident Heinz Fischer, den Bundeskanzlern Vranitzky und Faymann, diverse Celebrities wie Antonio Banderas, Katie Perry, Brigitte Nielsen, Thomas Gottschalk, Christoph Waltz und Sportgrößen wie Franz Klammer, Hermann Maier, etc.

Deine Highlights ...

#Surprise:

Überraschung beim Abschiedsflug nach Mauritius. Dort haben mich die gesamte Crew und mitgereiste Freunde in österreichischer Tracht - die Damen im Dirndl, die Herren in Lederhosen - zum Abendessen empfangen.

Ich war der einzige im T-Shirt und Shorts. 😊

#Unforgettable:

Mein Flug Around the World nach Ushuaia und natürlich den Nonstop Flug von Wien nach Sydney.

#LastFlight:

Dieser Flug wird mir ob der einzigartigen Crew, der traumhaft schönen Destination und der vielen „Magic Moments“ während der Rotation sowie am Heimflug von Mauritius nach Wien mit Sicherheit für immer in Erinnerung bleiben. Die Crew hat sich hier einiges einfallen lassen und mich immer wieder aufs Neue überrascht. Mein letzter Rundgang durch die 64 Meter lange Boeing 777-200 war unbeschreiblich – unsere Gäste zeigten mir ihre Wertschätzung mit Standing Ovations. Ein Fluggast ließ mir sogar ein paar sehr persönliche Zeilen, die er auf einem Air Sickness Bag niedergeschrieben hatte, überbringen. Es ist sehr schön, diesen für mich so endgültigen Moment mit derartig vielen glücklichen Erinnerungen assoziieren zu dürfen.

Austrian Airlines als Arbeitgeber?

Für mich ist Austrian der beste Arbeitgeber und deshalb hatte ich nie das Bestreben woanders anzuheuern. Die Marke Austrian verbindet Tradition mit Moderne und ist nach wie vor unverkennbar.

Einfach “The charming way to fly” und es macht stolz, Mitglied dieser großartigen Austrian-Familie zu sein.

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Meine Damen und Herren,

wir beginnen in Kürze mit unserem Sinkflug in Richtung Pension. Ich verabschiede mich von Ihnen und wünsche eine wunderschöne Weiterreise. Es war mir eine Ehre, Sie an Bord von Austrian Airlines zu begrüßen.

Auf Wiedersehen aus dem Cockpit. Ihr Kapitän Samy. 😊

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