Air to Air mit einer Embraer - eine spektakuläre Foto-Mission über Oberösterreich

Servus 1

Unsere Embraer 195 OE-LWD hatte ihren routinemäßigen C-Check und wurde neu lackiert. Anschließend gab es den obligatorischen Testflug mit unserem Embraer-Flottenchef sowie unserem Technischen Piloten und als Special: ein Air-to-air Fotoshooting, auf das wir euch in diesem Blogbeitrag mitnehmen!

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Embraer 1

Unser Technischer Pilot Robert Ahornegger (links) und Embraer Flottenchef Ewald Roithner vor dem Abflug in Bratislava.

Der C-Check (Major Check) eines Flugzeugs ist eine ausführliche Überprüfung der Flugzeugstruktur und aller technischen Systeme. Dabei werden alle Sitze ausgebaut und zum größten Teil auch die Verkleidung abgenommen. Der C-Check wurde bei der OE-LWD nach rund 1.100 Flugtagen durchgeführt und dauerte ca. 7.000 Arbeitsstunden. Diese Zeit im Hangar wurde auch genützt, um die Embraer im neuesten Austrian Design zu lackieren.

Denn Flugzeuge brauchen durchschnittlich alle sechs bis acht Jahre, je nach Einsatzgebiet und daraus resultierendem Zustand eine neue Lackierung. Für die Embraer heißt das: 170 Liter Farbe und 1200 Arbeitsstunden.

Anschließend haben unser Flottenchef Ewald Roithner und unser Technischer Pilot Robert Ahornegger den danach erforderlichen Testflug durchgeführt. Und nach den Tests gab es das Air-to-air Fotoshooting.

Embraer Cockpit 2

Unsere Embraer Flight Crew während des Testfluges.

Der Fotograf auf dem Fotoflug ist Dietmar Schreiber. Dietmar arbeitet bei der Flughafen Wien AG. Das Fotografieren hoch oben in der Luft ist seine große Leidenschaft. Er hat bisher rund 300 solcher Fotoshootings absolviert. Wir haben ihn zum Interview getroffen:

Austrian: Dietmar, wie kommt man zu so einem eher ungewöhnlichen Hobby?

Dietmar: Das Interesse an der Luftfahrt habe ich seit meiner Kindheit. Ich bin in Schwechat aufgewachsen, wo alle Flugzeuge im Landeanflug über uns geflogen sind. Vor ca. 15 Jahren hat sich die erste Möglichkeit für ein sogenanntes Air-to-air Fotoshooting ergeben. Daraus hat sich über die Jahre ein Hobby entwickelt, dass extrem viel Spaß macht. Es ist einfach ein tolles Gesamterlebnis, von der Flugvorbereitung bis zum fertigen Foto.

Austrian: Du fotografierst aus dem offenen Flugzeug. Hast du Höhenangst?

Dietmar: Respekt schon, aber keine Höhenangst. Sonst könnte ich das nicht machen. Es kann ja auch Turbulenzen geben. Da ist Angst ein schlechter Ratgeber.

Diemtar in Cessna

Dietmar und seine Kollegen in der Cessna vor dem Shooting.

Diemtar Sicherung

Alle werden doppelt gesichert!

Austrian: Wie bist Du gesichert?

Dietmar: Ich bin mit meinem Gurtzeug gesichert und mindestens zweimal fest mit der Flugzeugstruktur verbunden. Auch meine Kameras sind doppelt gesichert.

Austrian: Braucht man für Shootings in schwindelnder Höhe eine besondere Ausrüstung und Ausbildung?

Dietmar: Natürlich ist es von Vorteil, eine richtig gute Kamera zu verwenden. Denn es steckt ja genug Zeit, Energie und Geld in solchen Shootings. Dann soll am Ende auch das Ergebnis stimmen und den Aufwand rechtfertigen. Neben den Kameras braucht es natürlich auch sicheres Gurtzeug, ein Headset, um mit dem Piloten verbunden zu sein und vor allem warme Kleidung. Bei offener Flugzeugtür kann es ganz schön kalt sein. Bis zu rund minus 10 Grad.

Diemtar Foto 2

Zwischen Linz und Wels trafen sich die Cessna und die OE-LWD.

Austrian: Apropos Wetter. Was musst du für das Shooting alles beachten?

Dietmar: Der wichtigste Punkt ist die Sicherheit! Jeder Pilot und jeder Fotograf muss sich der Gefahren wie unerwartete Turbulenzen oder die Nähe zum anderen Flugzeug bewusst sein. Es ist auch schon vorgekommen, dass ich wegen einem „unsicheren“ Piloten in der Luft ein Shooting abgebrochen habe. Und natürlich auch das Wetter. Es ist extrem wichtig, auf den Sonnenstand zu achten. Im Sommer um die Mittagszeit ist das Licht ganz einfach nicht so schön wie im Winter.

Austrian: Wie stehst Du mit dem Piloten während des Fluges in Kontakt?

Dietmar: Normalerweise spreche ich nur mit meinem Piloten, also in der Maschine, in der ich bin. Und er gibt die „Befehle“ über Funk an das Flugzeug, das ich fotografiere, weiter. Ich habe aber auch schon direkt mit den Piloten des anderen Flugzeugs über Funk kommuniziert.

Austrian: Welche Vorbereitungen triffst du zusammen mit den Piloten deines und des anderen Flugzeugs?

Dietmar: Es gibt ein ausführliches Briefing, bei dem alle Piloten gleichzeitig dabei sind. Es werden alle Details wie Flugroute, Treffpunkt in der Luft, voraussichtliche Wetterverhältnisse oder Sujets, die ich fotografieren möchte, genau besprochen und auch schriftlich festgehalten. Meist fliegen wir von unterschiedlichen Flughäfen los und treffen uns eben in der Luft zu einem verabredeten Zeitpunkt.

Austrian: Genau, wie findet ihr euch, wie ist so ein Zusammentreffen der Maschinen hoch oben?

Dietmar: Der genau Treffpunkt mit Flughöhe, dem Kurs und der Geschwindigkeit sind wichtige Teile des Briefings. Dazu ist die Hilfe der Flugsicherung unumgänglich, die muss informiert werden und wird eingebunden.

Embraer Cockpit

Der Blick der Embraer-Crew auf die Foto-Crew.

Servus

Über den Bergen Oberösterreichs.

Austrian: In welcher Höhe findet so ein Shooting statt? Und wie hoch könnt ihr dazu maximal fliegen?

Dietmar: Das kommt ganz auf mein Zielobjekt an, also welche Flugzeugtype ich fotografiere. Die Austrian Embraer beispielsweise fotografiere ich in einer Höhe von 10.000 bis 12.000 Fuß. Viel höher wäre bei offener Türe ohne Sauerstoff auch nicht möglich. Ich war zwar auch schon über 20.000 Fuß unterwegs, aber bei diesen Flügen hatte mein Flugzeug eine Druckkabine und ich habe bei geschlossener Türe gearbeitet.

Austrian: Fliegt das Flugzeug für ein Shooting langsamer als sonst?

Dietmar: Das kommt auf den Flugzeugtyp an. Es gibt einfach Grenzen für Flüge mit der offenen Türe und die liegen auch unter den "normalen" Geschwindigkeiten die ein Verkehrsflugzeug normalerweise fliegt. Also im Fall des Embraer Shootings: ja.

Austrian: Hast Du eine Lieblingsmaschine?

Dietmar: Nein keinen speziellen Typ. Aber generell kann ich sagen, je älter, umso besser. Es geht nichts über den Klang eines großen Sternmotors auf einem Warbird oder einer Douglas DC-3.

Austrian: Hast du auch überlegt, dein Hobby zum Beruf zu machen?

Dietmar: Für mich ist das Fotografieren von Flugzeugen immer ein Hobby gewesen, das ich als „professionelles“ Hobby bezeichne und so weiterbetreiben möchte. Das kommerziell zu machen, würde mir den Spaß an der Sache nehmen.

Austrian: Danke für den spannenden Blick hinter die Kulissen!

Cessna Crew

Die Cessna-Crew nach der Rückkehr zum Flugplatz Wels.

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