Fliegen im Winter

In den Wintermonaten sind schlechte Bedingungen im Straßenverkehr eine Herausforderung für viele VerkehrsteilnehmerInnen. Wie sieht das eigentlich im Flugverkehr aus? Wir haben unsere PilotInnen über das Fliegen im Winter befragt. Worauf sie in der kalten Jahreszeit besonders achten müssen, verraten wir euch hier.

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Wie gehen PilotInnen im Winter mit rutschigen Start- und Landebahnen um?
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Im Winter ist es nicht nur auf den Straßen rutschig, sondern auch auf den Runways. Wenn Flugzeuge zur nächsten Destination abheben, stellen rutschige Start- und Landebahnen PilotIn und Flugzeug vor eine Herausforderung. AutofahrerInnen können dem Problem mit Winterreifen und Schneeketten entgegenwirken. Diese Hilfsmittel gibt es für Flugzeuge allerdings nicht. Deswegen müssen PilotInnen für jeden Take-off und jeden Landevorgang genaue Berechnungen für die Start- und Landestrecken vornehmen. In diese fließen auch die aktuellen Pisten- und Wetterbedingungen ein.

Bei der Landung ist es wichtig, das Flugzeug effizient zu bremsen. Neben den Bremsen in den Rädern werden auch die aerodynamischen Bremsmöglichkeiten wie Landeklappen, Brems- bzw. Störklappen und die Schubumkehr in den Triebwerken genutzt. Zusätzlich sind auch verschiedene Sicherheitssysteme im Flieger wie das Anti Skid System im Einsatz. Dieses ist vergleichbar mit dem ABS im Auto, das ein Blockieren der Reifen verhindert.

Unsere Crew ist durch ihre umfassende Ausbildung und die hochprofessionelle Wartung unserer Flugzeuge bestens auf die kalte Jahreszeit vorbereitet. Für Austrian Airlines hat Sicherheit immer die höchste Priorität und so werdet ihr auch im Winter immer sicher an eurem Ziel ankommen.

Wir sind weiter neugierig und wollen wissen, was es mit dem sogenannten „enteisen“ eines Flugzeuges auf sich hat und was dabei genau passiert.

Warum wird ein Flugzeug enteist?

Eisige Verhältnisse gehören im Winter dazu. Für Flugzeuge aber stellen diese winterlichen Bedingungen eine Herausforderung dar: Eis kann das Flugverhalten und die Aerodynamik durch das zusätzliche Gewicht ungünstig beeinflussen. Je nachdem wie stark die Vereisung ist, entscheidet die Cockpit-Crew ob nur die Tragflächen oder zum Beispiel auch der Rumpf enteist werden müssen. Unsere Flieger werden je nach Größe und Flughafen direkt an der Parkposition oder an einem De-Icing-Pad mit einer Enteisungsflüssigkeit von Schnee und Eis befreit. Dafür gibt es spezielle Fahrzeuge, die mit einer Düse das Flugzeug besprühen.

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Je nach Wetterlage und –vorhersage wird eine Schutzschicht, das sogenannte Anti-Icing, aufgetragen. Diese Schicht bleibt bis zum Start auf den Oberflächen. Während des Startvorgangs verschwindet diese durch die zunehmende Geschwindigkeit und der Flieger startet mit sauberen Oberflächen seinen Flug.

Die Enteisungsflüssigkeit und das Anti-Icing bestehen aus einer Mischung aus Glykol, Wasser und Zusatzstoffen – jedoch in unterschiedlichen Mischverhältnissen. Durch die verschiedenen Mischverhältnisse kann ein gewisses Zeitfenster errechnet werden. Verzögert sich der Start, muss das Flugzeug für eine neue Schutzschicht zurück an die Parkposition.

Ist die Maschine erst in der Luft, übernehmen bordeigenen Systeme das Enteisen. Durch heiße Luft aus den Triebwerken werden vereiste Vorderkanten des Flugzeugs vom Eis befreit. Andere Teile des Flugzeugs sind aufgrund der hohen Fluggeschwindigkeit nicht von Vereisungen betroffen.

So viele spannende Insights über das Reisen im Winter! Wir bedanken uns bei unseren PilotInnen für ihre ausführlichen Antworten.

Ihr wollt noch mehr über unsere Flotte, die Luftfahrt oder Austrian Airlines wissen? Dann schickt uns eure Fragen auf Social Media!

Titelbild ©alexcheban

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