Servus Los Angeles

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Austrian fliegt seit 20. Mai wieder nach Los Angeles. Wir haben die Cockpit-Crew des Erstflugs in die City of Angels befragt. Seid gespannt!

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Christoph Bräuer

Hallo, mein Name ist Christoph Bräuer. Ich hab 1992 bei Lauda Air als Co-Pilot auf der Boeing 737 begonnen, danach Boeing 767. 1996 war dann das Upgrade zum Captain CRJ, 1998 auf B767. Seit 2002 fliege ich auf der Boeing 777, auf der ich auch seit 2004 als Fluglehrer arbeite. Nebenbei habe ich in das Executive Segment reingeschnuppert und bin dort Learjets und Falcon Jets geflogen. Ich hatte immer schon Spaß an speziellen Aufgaben: So war ich mitsamt Flugzeug, an die Royal Air Nepal in Kathmandu und Air Atlantic Icelandic verborgt, habe mit dem Austrian Team AeroLogic Starthilfe gegeben und bin auch dort geflogen. Danach habe ich mit meinem Team die ersten B777 Piloten der SWISS und Lufthansa Cargo bei Austrian ausgebildet.

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Weitere Highlights waren ein 21-tägige Around the World Flug, ein Wien - Rio de Janeiro - Ushuaia-Flug sowie die zwei längsten Austrian Flüge: von Phönix/Arizona nach Hongkong und nonstop von Wien nach Sydney. Bei all diesen Events war ich auch bei der Organisation involviert. Außerdem auch bei der Einflottung von drei B777. Alles macht dann besondere Freude, wenn es so funktioniert wie geplant.

Hi, ich heiße Maurice Herzog und bin seit Ende 2006 im Unternehmen. Ich habe als Co-Pilot auf CRJ begonnen und nach 2,5 Jahren wurde ich auf Fokker 70/100 umgeschult. Ab Mai 2012 bin ich Airbus 320 geflogen und 2016 ging es auf die Boeing 777. Ich habe bereits nach kurzer Zeit weitere Ausbildungen zum Relief-PIC (vertritt den Kapitän im Flug, während dieser auf Pause ist), sowie zum SFI (Synthetic Flight Instructor) gemacht und unterstütze in dieser Funktion das Lehrerteam der Boeing 777 Flotte bei Austrian. Zusätzlich habe ich derzeit die Position des „Flottenreferenten B777“ und unterstütze in dieser Tätigkeit unseren Flottenchef, Cheffluglehrer und technischen Piloten in den Tagesagenden. Ebenso sind Streckenvorbereitungen, wie z. B. für Erstflüge und Sonderflüge ein Teil meines Aufgabengebietes.

maurice vorstellung

Maurice Herzog

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Einige meiner Highlights bisher waren: der Erstflug nach Kapstadt, Abnahmeflüge und Überstellung unserer sechsten B777 OE-LPF aus der Wüste Arizonas nonstop über den Pazifik nach Hongkong und ein Sonderflug Rio de Janeiro - Ushuaia.

christoph vorstellung

Rainer Männer

Servus, mein Name ist Rainer Männer. Ich bin seit 2007 im Unternehmen. Damals habe ich als Co-Pilot auf Dash 8/300 und Dash 8/400 begonnen. 2014 folgte ein Wechsel als Co-Pilot auf die Airbus 320er-Flotte. 2016 wiederum ein Flottenwechsel auf die Langstrecke: als Co-Pilot auf die Boeing 777. Die Typenschulung dazu absolvierte ich beim deutschen Frachtflugunternehmen „Aerologic“, da zu diesem Zeitpunkt die internen Schulungskapazitäten erschöpft waren. Einige Monate nach der Rückkehr zu Austrian folgte dann die Ausbildung zum Relief Pilot. Seit 2019 halte ich noch die Zusatzfunktion eines SFI, also die eines Fluglehrers für den Flugzeugtyp B777.

INFO

Einsätze, die etwas spezieller sind und bei welchen auch ein gewisses Maß an „Out-of-the-box-Denken“ benötigt wird, haben mir schon immer Spaß gemacht.

Das begann etwa auf der Dash-8 mit Flügen von und nach Bozen – ein sehr anspruchsvoller Anflug auf eine kurze Piste in einem schmalen Tal. Auf der Airbus-Flotte setzte sich diese Leidenschaft natürlich fort, wo Flüge nach Madeira/Funchal oder ins irakische Erbil zu den besonderen Momenten gehörten. In der jüngsten Vergangenheit zähle ich einen Repatriierungsflug von Mexiko City über Cancún zurück nach Wien als auch zahlreiche Hilfsgüterflüge während der Pandemie zu meinen großen Highlights.

Welche speziellen Vorbereitungen trefft ihr für einen Erstflug?
Grönland 3

Grönland

Vorweg: Es handelt sich diesmal nach L.A. für uns um keinen Erstflug im eigentlichen Sinne, sondern um eine Wiederaufnahme einer zuletzt 2019 von uns angeflogenen Destination. Das hat den Vorteil, dass wir schon auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen können. Jeder Flug bedarf natürlich eingehender Vorbereitung, aber bei einem Erstflug gibt es tatsächlich noch etwas mehr zu tun. Hier geht es nicht nur um die Zieldestination selbst, sondern auch um die Route dorthin. Im Fall von L.A. führt uns diese Route – man möchte es kaum glauben – sehr weit in den Norden, also nahe an die Polregion. Diese Tatsache erfordert ein gewisses Augenmerk, da sich in hohen geografischen Breiten einige navigatorische Regeln grundlegend ändern. Des Weiteren ist dieser Flug einer der längsten Flüge in unserem Netzwerk. Aufgrund der benötigten Treibstoffmenge sind wir mit einem äußerst hohen Gesamtgewicht des Flugzeuges unterwegs. Diese Tatsache stellt wiederum besondere Anforderung an sämtliche Flugleistungsberechnungen. All diese Dinge werden natürlich schon im Vorfeld sicher und gründlich erarbeitet.

Wie unterscheiden sich die Strecken? Was sind die generellen Vorbereitungen?

Unsere Mitarbeiter, hauptsächlich Maurice aus dem B777-Flottenbüro, beginnen schon lange vor geplanten Erstflügen mit der Erstellung von Schulungsmaterial, in welchem sämtliche Besonderheiten der neuen Strecke übersichtlich zusammengefasst werden. Diese zur Verfügung gestellten Materialien erleichtern die komplexe Flugvorbereitung ungemein. Hier liegt auch der große Unterschied zu „Routineflügen“: Man arbeitet sich einmal durch sämtliche Dokumentation, welche für derartige Flüge relevant ist. Sobald man auf einer Strecke mehr Erfahrung gesammelt hat, liegt der Fokus eher auf der Frage, welche tagesaktuellen Besonderheiten es zu beachten gibt.

taxi out VIE
Gibts für eine neue Strecke Training am Simulator?
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Abflug Wien

Approach LAX

Landeanflug Los Angeles

Das hängt davon ab, wie „speziell“ die neue Strecke ist. Für den Flug nach LAX quert man den nordatlantischen, sogenannten NAT-HLA (North Atlantic – High Level Airspace). Da die Verfahren im NAT-HLA sehr speziell sind, braucht es dafür auch ein eigenes Training inkl. Simulator, Schulung und Ausbildungsflügen. Glücklicherweise sind aber alle Langstreckenpiloten aufgrund unserer vielen, regelmäßigen, Nordamerikaflüge NAT-HLA berechtigt. Ob eine Simulator-Schulung für den neu angeflogenen Flughafen selbst benötigt wird, hängt davon ab, wie speziell und „schwierig“ dieser Flughafen eingestuft ist. Dafür gibt es eine Klassifizierung von „A“ wie „Alles Standard“, über „B“ wie „Teilweise speziell“ bis „C“ wie „Sehr speziell“. LAX ist hier als Kategorie „A“ eingestuft und bedarf somit keiner maßgeschneiderten SIM-Schulung.

INFO

Der Flughafen von Mauritius wäre ein Beispiel für einen Flughafen der Kategorie „B“: hier führen wir eine Simulator-Schulung durch. Kategorie „C“-Airports werden übrigens derzeit auf der Langstrecke keine angeflogen. Einer der prominentesten Vertreter dieser Klasse ist hierzulande LOWI-INN-Innsbruck.

Ist die Stimmung bei einem Erstflug oder einer Wiederaufnahme anders oder speziell?
am vorfeld crew

Gesamte Crew bei der Wiederaufnahme

Neue Flugstrecken aufzunehmen, gehört tatsächlich zu den außergewöhnlichsten und schönsten Momenten sowohl für die Besatzung als auch für die Gäste. Es herrscht ein gewisser Vibe von Aufbruch, Neuentdeckung und Weiterentwicklung. Auch besonders bei neuen Streckenaufnahmen wird der gesamte Flug auch für die Passagiere bereits von Check-in, über Boarding, speziellem Bordservice und Catering bis hin zu Pressebegleitung und –berichten als echtes einmaliges Event präsentiert. Alle Passagiere und Crews eines Erstfluges erinnern sich ihr ganzes Leben daran, wenn sie dabei waren!

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Gate Event am 20. Mai 2022

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Gate Event am 20. Mai 2022

Habt ihr Pläne in L.A.?
malibu

@unsplash

Eines darf nach der Landung in LAX natürlich nie fehlen: ein Spaziergang am Strand mit anschließendem Sundowner. Da wir nur etwa 24 Stunden Aufenthalt in L.A. haben, gibt es keine großen Pläne. Ansonsten gibt es, je nach Aufenthaltsdauer, natürlich unheimlich viel zu entdecken: in das Getümmel der Großstadt eintauchen, eine Session Volleyball am Strand von Malibu oder in einem Ford Mustang in den Hollywood Hills und Beverly Hills cruisen – es ist bestimmt für jeden etwas dabei.

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Good to know

Damit die Crew des ersten Retourfluges ausgeschlafen und erholt den Flug antreten kann, wird sie schon deutlich vor dem Retourflug mit einer Partnerairline anreisen.

Mit Austrian Los Angeles entdecken

Lieber Christoph, lieber Rainer, lieber Maurice, herzlichen Dank für eure Zeit und die interessanten Insights! Hat auch dich das Reisefieber gepackt? Dann buche doch gleich jetzt deine nächste Reise in die Stadt der Engel, oder möchtest Du noch mehr über L.A. erfahren, dann schau doch auch auf unserem Blog vorbei.

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